Kunst- und Kulturfest KoExistenz im Gutshaus am Kölpinsee

Wie versprochen und angekündigt, kommt hier nun mein ehrlicher Bericht mit ein paar Eindrücken zur Ausstellung im Beinahe-Lost-Place Gutshaus am Kölpinsee, auf dem Gelände des Klosters St. Georg in Götschendorf – für alle, die nicht wissen, wo das liegt: in der Uckermark, also Brandenburg.

v.l.n.r. 2 Werke von Berthold Bock, 2 Werke von Thomas Weidner, Installation von Thomas Weidner

Die Teilnahme an dieser Ausstellung wurde ausgeschrieben, und ich war sehr glücklich, ausgewählt worden zu sein. Ich zeige dort zwei Installationen/Skulpturen. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass meine geschätzte Kollegin Olivia Kaufmann ebenfalls dabei ist – auf sie hatte ich mich wirklich sehr gefreut. Die Begegnung mit fast allen anwesenden Künstler:innen bei der Vernissage war interessant und von gegenseitigem Respekt geprägt.

Die Künstlerin Olivia Kaufmann vor ihrer Werkreihe

Mein Dank geht an die Projektgruppe Wunden, die mir nicht nur diese Möglichkeit geboten hat, sondern sich generell für Demokratie, Solidarität, Umwelt und all die wirklich wichtigen Themen einsetzt. Es ist ein Projekt, das Hoffnung

macht, Netzwerke schafft, die Künstler:innen zusammenbringt, uns näher zueinander und zu den angesprochenen Themen führt – und eben auch näher an die Besucher:innen.

Foto links: Installation vorne ‚Erinnerungsfragmente‘ von Manuela Mordhorst, im Hintergrund 2 Werke von Thomas Weidner

Foto rechts: Installationen Manuela Mordhorst, Werke von Jana Schröder

Die Vernissage empfand ich als etwas ganz Besonderes, besonders, weil das Haus selbst so viel Geschichte atmet – eine Geschichte, die dunkle Flecken deutscher Vergangenheit berührt. Sofort dachte ich daran, dass wir mit unserer Kunst das Gebäude ein Stück weit „heilen“, wenn man das so sagen darf.

Foto links: Skulptur Matthias Trott, Installation hängend Manuela Mordhorst

Foto rechts: Klang- und Videoinstallation Matthias Fitz

Der Charakter dieses Gebäudes ist beeindruckend: Einst muss es sehr prächtig gewesen sein. Heute blättern die Farbschichten von den Wänden, einige Stuckornamente an der Decke fehlen, aber der Parkettboden, die Säulen, die zahlreichen Zimmer und der Blick auf den See sind noch da. Alles strahlt eine feudale Eleganz aus, und der Zauber vergangener Zeiten liegt deutlich spürbar in der Luft. Kennt man die Geschichte, läuft einem kalt über den Rücken – und trotzdem finde ich genau DAS motivierend. Gerade diese düstere NS-Vergangenheit, gefolgt von der Honecker-Ära und allem, was sonst noch mit dem Ort verbunden ist.

Foto links: Skulptur Matthias Trott, Werke von Berthold Bock

Foto rechts: Sebastian Kommerell

Und jetzt schreiben wir das Jahr 2026: Dieser Ort wurde zu einem Ort der Freude, des Zusammenhalts und des Friedens. Ich freue mich sehr, Teil davon zu sein und meinen kleinen Beitrag geleistet zu haben.

Satoshi Hoshi

Ich habe ein Video gedreht und führe darin durch das Haus – wer mag, kann es gerne anschauen und weiterteilen.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. August 2026, am selben Tag wird es eine Finissage geben. Besucher:innen sind herzlich willkommen!

Adresse: Götschendorf 33, 17268 Milmersdorf-Götschendorf

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