Tipp: Future Horizons – Glas in der zeitgenössischen Kunst

10.10.2025 bis 19.7.2026 Alexander Tutsek Stiftung München

Masahiro Sasaki, Tensei 0911, 2009 (Detail)
(c) Masahiro Sasaki

Die Alexander Tutsek-Stiftung feiert mit der Ausstellung Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst ihr 25-jähriges Bestehen. Sie zeigt eindrucksvolle Skulpturen und Installationen von rund 50 internationalen Künstler*innen. Sie ist eine Feier der Fülle und Diversität, eine Manifestation von Vorstellungskraft und Erfindungsreichtum. Jedem Werk ist seine eigene Geschichte implementiert durch Intention, Bedeutung, Herkunft, Material und Technik. Darüber hinaus entspinnen sich in der Zusammenschau und den spezifischen Nachbarschaften mit anderen Werken assoziativ kleine Geschichten, die die Maxime für eine humane Zukunft umschreiben. Sie handeln von Gastfreundschaft, Empathie und Mut, von Schönheit, Neugier und Staunen, vom Ritual alltäglicher Gesten, von Würde und Versöhnung, Witz und Humor, Geschichte und Bewahrung, Erfindung und Experiment.Allen Werken gemeinsam ist ein in der Kunst eher selten verwendetes Material: Glas. Es entfaltet seine spezifische Wirkung durch Licht und Farbe durch Haptik und technische Raffinesse, eine erzählerische Qualität und seine emotionale Aura. Die präsentierten Exponate, die zur Sammlung der Alexander Tutsek-Stiftung gehören, führen die aufregenden künstlerischen Praktiken des Arbeitens mit Glas vor Augen – ob formgeschmolzen, geblasen, geschliffen, ungeschliffen, freigeformt oder sandgestrahlt. Sie zeigen zudem in die Zukunft weisende Entwicklungen der Verbindung von Glas mit Fotografie, Video und Performance, mit Poesie, Licht, Elektronik oder künstlicher Intelligenz.

Dale Chihuly, Jerusalem Cylinder, 2000
(c) Dale Chihuly / VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Photo: Hans-Joachim Becker, courtesy Alexander Tutsek-Stiftung

Auf zwei räumlichen Ebenen präsentiert Future Horizons Werke, die aus der Studioglasbewegung hervorgegangen sind, wie aus dem Feld der zeitgenössischen Kunst. Durch die Auswahl der Exponate und die Ausstellungsarchitektur eröffnen sie, so der kuratorische Hintergrund, zwei Gedanken- und Resonanzräume: In der BlackBox – weit und dynamisch, hell und energetisch – befinden sich die Skulpturen, meist silbern, transparent, weiß oder schwarz, frei im Raum, liegend auf dem Boden oder schwebend von der Decke. Andere, von kleinerem Format, reihen sich in einer „endlosen“ linearen Choreographie aneinander: wie SILVER LININGS. VISIONS erscheinen sie am spiegelnden Horizont.

Im BlackBox FirstFloor überrascht mit der Entfaltung der Objekte in einer reichen Palette von Farben, ob Blau, Grün, Gelb oder Pink und mit einem anderen Design: ABUNDANCE. EXPANSION OF THE MIND, so ließe sich dieser Raum überschreiben.

Ausstellungsansicht Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst, Alexander Tutsek-Stiftung, München, BlackBox FirstFloor, mit Arbeiten von Guan Donghai, Antoine Leperlier, Shima Koike und Neringa Vasiliauskaite
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: NOSHE

In ihren unterschiedlichen Energien und „Temperaturen“ laden beide Ausstellungsebenen das Publikum zur „Bewegung“ ein, zur körperlichen Erfahrung des Umhergehens, des Flanierens: in erster Linie, um die Kunstwerke zu betrachten, aber auch sich selbst – in Beziehung zum Werk und in Beziehung zum anderen zu setzen – und so durch Bewegung und Spiegelung Teil des Ganzen zu werden.

Ausstellungsansicht Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst, Alexander Tutsek-Stiftung, München, BlackBox, mit Arbeiten von Ursula von Rydingsvard, Mona Hatoum und Haroon Mirza
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: NOSHE

Das Design der Ausstellung, gestaltet von dem Berliner Büro Bruzkus Greenberg, nutzt den Vorteil zweier Ausstellungsräume durch unterschiedliche Farbgebung – in der BlackBox bewegt sie sich zwischen Silber und Schwarz, im BlackBox FirstFloor explodiert die Farbe. In beiden Etagen endet der Galerieraum mit verspiegelten Flächen, die die Wahrnehmung der Räume verdoppeln. Die Architekten möchten, dass die Besucher*innen in den Horizont blicken und die Werke im Fluss der Zeit betrachten und nicht nur einen Blick zurückwerfen. Die Spiegel in den Vitrinen scheinen zudem das Raumgefühl über die Wände der Galerie hinaus zu erweitern und spielen mit der Perspektive und der Wahrnehmung der Raumgrenzen. Eine scheinbar unendliche Nische entlang der rechten Wand kann man abschreiten, in dem grausilbernen und mit Spiegeln als Hintergrund gestalteten Bereich befinden sich Werke von einzelnen Künstler*innen. Die Reflexionen laden die Besucher*innen ein, das einzelne Objekt im Kontext des gleichzeitig sichtbaren Raumes dahinter zu betrachten. Die Spiegel schaffen einen grenzlosen Raum. Sie transformieren die Idee der Ausstellung in die Architektur; sie sind eine räumliche Metapher für die Offenheit gegenüber zukünftigen Horizonten.

(Quelle: Tutsek Stiftung)

Weitere Informationen und Ansichten zur Ausstellung: Aktuell – Alexander Tutsek Stiftung

Alexander Tutsek-Stiftung
Georg-Muche-Str. 4
80807 München

Öffnungszeiten

Sonntag-Donnerstag und feiertags geöffnet, 12-18 Uhr

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