Tipp: Rupert Bronner – „Form, Farbe, Struktur“

Bis 2.7.2026 im Kunstraum in der Au, München

Rupert Bronner

„Ich male Architektur – nicht die, die man betritt, sondern die, die man fühlt“

Rupert Bronner ist Architekt und Maler. Seine Arbeit entsteht im Spannungsfeld zwischen Struktur und Wahrnehmung – zwischen der Klarheit des gebauten Raums und der Offenheit der abstrakten Malerei. Als Architekt bringt er ein präzises Verständnis für Ordnung, Proportion und Raum mit, das sich in seiner künstlerischen Arbeit auf eine andere Weise fortsetzt.

In seinen Bildern wird nicht die sichtbare Welt dargestellt. Vielmehr entstehen Flächen und Kompositionen, die keinen festen Bezug vorgeben und dadurch einen freien Wahrnehmungsraum schaffen. Farbe, Form und Bewegung folgen keiner erzählerischen Absicht, sondern entfalten eine Präsenz, die sich eher spüren als erklären lässt. Der Blick scheint hier keine eindeutige Orientierung zu finden – und gerade darin liegt die Möglichkeit, sich von gewohnten Sehweisen zu lösen.

Rupert Bronner versteht seine Malerei als eine Form innerer Architektur. Er entwickelt Räume, die sich im Betrachter entfalten. Im Prozess des Malens verschieben sich Perspektiven, Bilder werden gedreht, Zustände verändert. Entscheidend ist nicht das Festhalten eines Motivs, sondern das Offenhalten eines Möglichkeitsraums, in dem sich neue Wahrnehmungen einstellen können.

So wird die Malerei zu einem Rückzugsort – zu einer persönlichen Alternative zur schnellen Lesbarkeit von Bildern. Sie fordert nichts ein, sondern bietet an: eine Wahrnehmung ohne Eile, ohne Ziel, ohne Erklärung.

Kunstraum in der Au, Edlingerstr. 18, 81543 München

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