Tipp: Lika Nüssli – Il glim / die Schwelle

2. August—29. November 2026 fundaziun nairs, Schweiz

Lika Nüssli war 2022 als Gastkünstlerin in Nairs und ist dem Ort sowie dem Unterengadin seither eng verbunden. Während ihrer Residenz vertiefte sie die Verbindung zwischen sich selbst, ihrer künstlerischen Praxis und der Natur. Diese intensive Erfahrung wirkt bis heute in ihrer Arbeit und ihrem Leben nach.

In Nairs entwickelte Nüssli eigene, intuitive Rituale in der Landschaft – körperliche und meditative Erfahrungen, die weniger auf einer Recherche zu historischen Ritualformen basierten als auf einem unmittelbaren Erleben. Sie berührte dabei etwas, das seit jeher zum Menschsein gehört. Etwa die Schwelle, il glim – Übergänge, Kippmomente, Transformationen. Lika Nüssli interessiert sich einerseits für die Bewegung, die darin angelegt ist. Andererseits schafft sie für diese Momente oder Phasen der Offenheit und Instabilität Raum und erkundet den fortlaufenden Schaffensprozess sowie die Unabgeschlossenheit.

Während ihres Aufenthalts arbeitete sie mit gefärbten Textilien, zeichnete, schrieb und führte innere Dialoge. Die damals entstandenen Zeichnungen, Texte, Stickereien und Stoffe greift sie nun erneut auf: Als Versatzstücke fliessen sie in eine neue, raumgreifende Installation im Obergeschoss der Fundaziun Nairs ein. Dort entfaltet sich eine dichte Arbeit, die der Vielgestaltigkeit und Expressivität von Nüsslis Praxis freien Raum gibt. 

Lika Nüssli (*1973, lebt und arbeitet in St. Gallen) ist bildende Künstlerin, Zeichnerin und Illustratorin. Ihre vielgestaltige Praxis, die oft von Orten und damit verbundenen Menschen inspiriert ist, umfasst Zeichnung, Graphic Novel, Malerei, Installation, Performance und Text und reflektiert ökologische, feministische und gesellschaftliche Fragen. 

Weitere Informationen zur Ausstellung: Fundaziun Nairs | Lika Nüssli: Il glim – die Schwelle

Nairs 509, PF 71
7550 Scuol

Öffnungszeiten:
Kunsthalle
Mittwoch bis Sonntag, 14–17 Uhr und auf Anfrage

1 Comment

  1. What a fascinating and deeply immersive artistic journey! Lika Nüssli’s work beautifully demonstrates how a place can become much more than a setting—it can become a living source of memory, reflection, transformation, and creative energy.

    I was particularly drawn to her intuitive rituals in the landscape and her exploration of “il glim” — thresholds, transitions, and moments of transformation. The idea of embracing uncertainty and incompleteness rather than seeking immediate answers feels both artistically courageous and profoundly human.

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