11.04.-02.08.2026? im Bündner Kunstmuseum Chur/Schweiz

Heiner Kielholz (*1942) ist ein grosser Unbekannter in der Schweizer Kunst. Um 1970 gehörte er zur neuen Schweizer Avantgarde und stellte international aus. Danach zog er sich weitgehend zurück, reiste jahrelang ohne festen Wohnsitz und entwickelte ein Werk, das genährt war von den Erfahrungen der Orte, die er besuchte, und getragen war von einer künstlerischen Haltung, die den Reichtum dessen auslotet, was ihn umgibt und sein Leben prägt.

Seit 1995 lebt und arbeitet Heiner Kielholz im Puschlav und im Veltlin. Er arbeitet kontinuierlich an einem stillen Werk, meist in kleinen Formaten. Er wird vor allem von Künstlerinnen und Künstlern hochgeschätzt und ist in verschiedenen Kunstmuseen der Schweiz mit wichtigen Werken vertreten. Seine Ausstellungen sind selten, werden aber immer sehr gut wahrgenommen. Wenn seine letzten grossen Ausstellungen das Spektrum seiner Themen weit fassten, konzentriert sich die Ausstellung im Bündner Kunstmuseum auf die charakteristischen Interieurs und Stillleben, die in den letzten 15 Jahren entstanden sind. Sie ergeben ein einzigartiges Bild seines besonderen Blicks auf die Welt. Von Heiner Kielholz werden oft Parallelen zum Schriftsteller Robert Walser gezogen. Mit ihm teilt er die Liebe zu den unscheinbaren, alltäglichen Dingen des Lebens.
Um 1970 gehörte Heiner Kielholz zur jungen Schweizer Avantgarde. Er zog sich aber schon bald aus der betriebsamen Kunstöffentlichkeit zurück. Sein Weg führte ihn in der Folge auf viele Reisen vor allem nach Ost- und Südosteuropa, nach Griechenland und in die Türkei. In seinen seltenen Ausstellungen gibt er Einblicke in sein künstlerisches Werk, das stets an der Grenze zwischen äusserer und innerer Welt oszilliert. Im Bündner Kunstmuseum stehen Werkgruppen der letzten 30 Jahre im Zentrum, die in den südlichen Alpen entstanden sind, wo Heiner Kielholz seit einiger Zeit lebt und arbeitet.
Zurückgeworfen auf die nächste Umgebung und den eigenen engsten Lebensraum, hat Heiner Kielholz zu einer grossen Konzentration, aber auch zu einer überraschenden Freiheit und Unabhängigkeit gefunden. So begegnen sich in der Ausstellung Werke aus dem Veltlin, dem Val Camonica oder dem Puschlav Bildern, in denen der Künstler Erfahrungen von seinen Reisen in andere Kulturräume verdichtet. Der Künstler sucht nach verschiedenen Möglichkeiten, bildnerische Äquivalente für die sichtbare Wirklichkeit zu finden. Der Blick in die Welt wird ihm zum Thema seiner Malerei. Er stellt der Dingwelt zuweilen aber auch abstrakte Modelle gegenüber. Die Reisen finden in jüngster Zeit ein Echo in einem immer radikaleren Rückzug und einer bewussten Beschränkung der Motivwahl in reduzierten Stillleben und Interieurs. Heiner Kielholz entzieht sich damit jeder Fixierung. Er stellt sich bewusst ausserhalb und trifft doch immer wieder mitten ins Herz der Kunst und des Lebens.
(Quelle: Bündner Museum)
Weitere Informationen zur Ausstellung: Vorschau
Bündner Kunstmuseum Chur
Bahnhofstrasse 35
CH–7000 Chur
Öffnungszeiten
Dienstag 10 – 17 Uhr
Mittwoch 10 – 17 Uhr
Donnerstag 10 – 20 Uhr
Freitag 10 – 17 Uhr
Samstag 10 – 17 Uhr
Sonntag 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen
