Tipp: Die Bauhaus Keramikklasse 1920-1925 | Insel der Eigenbrötler

7/10/2025 – 07/06/2026 im Keramikmuseum Westerwald

Ansicht aus dem Keramikmuseum Westerwald

Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit dem Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg, der einzigen noch erhaltenen Werkstatt der legendären Kunstschule. Hier war die Ausstellung bereits im Frühjahr 2025 zu sehen. Es ist das Umfeld, in dem Gerhard Marcks vor 100 Jahren (1920–1925), als Formmeister des Bauhauses wirkte. 

Aus der Sammlung des Gerhard-Marcks-Hauses sind Leihgaben von Gerhard Marcks (1889–1981), Theodor Bogler (1897–1968), Max Krehan (1875–1925) und Marguerite Friedlaender (1896–1985) zu sehen.

Genau vor hundert Jahren wurde die Keramikwerkstatt des Bauhauses im thüringischen Dornburg geschlossen. Das Keramikmuseum Westerwald widmet dieser prägenderen Keramikklasse eine Sonderausstellung.

Ausstellungsansicht: Otto Lindig und Marguerite Friedlaender. Foto Helge Articus

Wer sich Anfang des 20. Jahrhunderts für eine Ausbildung in der Keramik entschied, hatte drei Möglichkeiten: eine Lehre, eine Ausbildung an einer Fachschule oder ein Studium an einer Kunstgewerbeschule.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dann das Bildungsspektrum um das Bauhaus in Weimar ergänzt, das eine eigene Keramikklasse ins Leben rief. Eine kleine Gruppe junger Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungen fühlte sich magisch vom Bauhaus-Ideal angezogen. Alle einte der Wunsch, als künstlerische Avantgarde die traditionellen Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst zu überwinden.

Ansichten aus dem Keramikmuseum Westerwald

Bis zur Schließung des Weimarer Bauhauses 1925 entstand in Dornburg eine neue und moderne Gefäßästhetik von außergewöhnlichem Rang. Experiment und Tradition schlossen sich dabei nicht aus. Mit dem Umzug des Bauhauses von Weimar nach Dessau löste sich auch die Dornburger Keramikklasse nach 5 Jahren auf. Einige Bauhausstudierende wie Werner Burri, Otto Lindig oder Marguerite Friedlaender wurden später selbst Lehrende und prägten so die nachfolgenden Generationen.

Diese Ausstellung erinnert an diese besondere Keramikklasse. Zugleich vermittelt sie einen Eindruck von der keramischen Lehre seinerzeit und stellt auch die bisher unbekannten Beziehungen zur Keramischen Fachschule in Höhr dar.

Leihgaben der Gerhard-Marcks-Stiftung in Bremen. Foto: Helge Articus

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit dem Bauhaus-Werkstatt-Museum in Dornburg, die einzige noch erhaltene Werkstatt dieser legendären Kunstschule. Hier war die Ausstellung unter dem Titel „Bauhaus in Dornburg. Insel der Eigenbrötler“ im Frühjahr 2025 zu sehen. Mit Förderung der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung ist ein Begleitband unter den gleichnamigen Titel erschienen und im Museumsshop erhältlich. (Quelle: Keramikmuseum Westerwald)

Weitere Informationen zur Ausstellung: Ausstellungen — KERAMIKMUSEUM WESTERWALD

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10 bis 17 Uhr

25. Mai Pfingstmontag von 10 bis 17 Uhr geöffnet

Keramikmuseum Westerwald
Deutsche Sammlung für Historische
und Zeitgenössische Keramik

Lindenstraße 13
56203 Höhr-Grenzhausen

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