Tipp: Oma, Opa und das Böse an sich

Generationstraumata 1945, 1989,….. Wir zusammen? | 5.9. bis 11.10.2026 Neue Galerie, Zossen

Vernissage am 5.9.2026 um 15Uhr in der Neue Galerie des Landkreises Teltow-Fläming in Zossen

Eine Ausstellung mit Werken von zehn Künstlerinnen und Künstlern ist vom 5. September bis 11. Oktober 2026 in der NEUEN GALERIE des Landkreises Teltow-Fläming zu sehen. Die Ausstellung „OMA, OPA UND DAS BÖSE AN SICH“ setzt sich mit Familiengeschichte, Erinnerung und der Verantwortung des Einzelnen auseinander. Sie fragt danach, was die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorfahren für das eigene Handeln in der Gegenwart bedeutet – und wie sich historische Erfahrungen auf den Umgang mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auswirken.

Vernissage

Die Vernissage findet am 5. September 2026 ab 15 Uhr statt. Nach einem Grußwort von Dr. Evgeniya Gärtner, Amtsleiterin Bildung und Kultur des Landkreises Teltow-Fläming, sorgt Mathias Dreßler gemeinsam mit jungen Trompetern der Kreismusikschule für die musikalische Begleitung. In die Ausstellung führt der Kurator Steffen Blunk ein.

Familiengeschichte und Verantwortung

Zehn künstlerische Positionen nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven der eigenen Familiengeschichte und den eigenen Wurzeln. Im Zentrum stehen Fragen nach Schuld und Verantwortung, nach Täterschaft und Opfererfahrungen, nach Erinnerung und Verdrängung.

Was bedeuten die Erkenntnisse über die eigenen Vorfahren für die Gegenwart? Welche Schlussfolgerungen ziehen wir daraus für unser eigenes Handeln?

Die Ausstellung verbindet persönliche Geschichten mit politischen und gesellschaftlichen Themen. Dabei geht es auch um die Frage, was es bedeutet, Kunst politisch zu machen – und welche Möglichkeiten Kunst eröffnet, scheinbar sichere Perspektiven ins Wanken zu bringen.

Künstlerische Positionen

Die Ausstellung vereint Arbeiten von Linda Blüml (Miniatur), Steffen Blunk (Malerei), Detlef David (Installation), David Dibiah (Malerei, Installation), Andreas Helle (Fotografie), Halina Hildebrand (Installation, Fotografie), Stephanie Hüllmann (Installation, Objekt), Kaj Osteroth (Malerei), Thomas Wernicke (Malerei, Grafik) und Ila Wingen (Malerei, Installation).

David Dibiah thematisiert die koloniale Aufteilung Afrikas und deren bis heute wirkende Folgen. Andreas Helle fotografiert Orte ehemaliger deutscher Vernichtungslager und beschäftigt sich mit der Frage, wie diese Orte auch Jahrzehnte später innere Bilder der Shoah hervorrufen.

Halina Hildebrand stellt die gegensätzlichen Familiengeschichten ihres Ehemannes und ihrer eigenen Familie gegenüber: Auf der einen Seite steht die Verstrickung in die nationalsozialistische Ideologie, auf der anderen die Geschichte eines Shoah-Überlebenden. Verbunden sind beide Familien durch die Erfahrung des Schweigens.

Ila Wingen untersucht, wie sich unser Verhältnis zur Vergangenheit verändert, wenn Erinnerung und Wissen zunehmend durch digitale und algorithmisch erzeugte Bilder geprägt werden. Kaj Osteroth beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Verschiebungen, der zunehmenden Sichtbarkeit extremistischer Positionen und der Frage nach individueller Verantwortung.

Six inches deep in mud, 2024, Öl auf Leinwand, 140 x 180 cm, 2024
„Six inches deep in mud“ (Abb. Kaj Osteroth)

Barbarei, Zivilisation_4536
„Barberei“ (Abb. Andreas Helle)

Kuratiert von Steffen Blunk

Kuratiert wird die Ausstellung von dem Künstler Steffen Blunk, der bereits 2020 mit einer Ausstellung zu Krieg, Flucht und Gewalt in der NEUEN GALERIE des Landkreises zu sehen war. Seit mehreren Jahren setzt er sich in seiner Malerei und seinen Texten mit der Geschichte seiner Großeltern während des Nationalsozialismus auseinander.

Der Großvater des Künstlers starb 1943 auf der „DOGGER-BANK“, einem Hilfskreuzer, der auf dem Weg von Japan nach Deutschland versenkt wurde. Seine Recherchen zur Geschichte der Kriegsmarine fließen in seine künstlerische Arbeit ein.

Auch der Titel der Ausstellung stammt von Blunk und ist bewusst provokant gewählt: „Niemand möchte seine Oma, seinen Opa mit dem Bösen in Verbindung gebracht wissen – und doch muss jede Generation irgendwann ihre Vorfahren in Frage stellen.“ Die Ausstellung stelle damit auch die Frage, wie spätere Generationen auf unsere Entscheidungen und unseren Umgang mit den Herausforderungen der Gegenwart zurückblicken werden. (Quelle: Neue Galerie)

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung ist donnerstags bis sonntags und feiertags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

NEUE GALERIE des Landkreises Teltow-Fläming

Gutenbergstraße 1
15806 Zossen

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