Artist Talk: Astrid Lamm – Konsum im Wandel & Kunstwerke aus Reststoffen

Willkommen liebe Astrid! Ich freue mich sehr, dass du an meinem Artist Talk teilnimmst. Wir kennen uns einmal sowohl durch den ehemaligen Kunstverein VisselArt als auch als Gastkünstlerin im Kunst- und Atelierhaus (ArtOutlet) Visselhövede. Und natürlich auch als Kolleginnen. Mehr von dir als Künstlerin und deinem Antrieb konnte ich auf der Radius 26 des Springhornhofs sehen, auf dem du ebenfalls mit ausgestellt hast. Gerade, dass du die aktuellsten und brennendsten Themen künstlerisch als Aktivistin spiegelst. Nun endlich habe ich die Gelegenheit dir einige Fragen zu dir als Künstlerin zu deinem Schaffensspektrum zu stellen.

Manuela: Kannst du dich bitte kurz vorstellen?  Erzähle doch ein wenig, wie du zur Kunst gekommen bist. Gab es z.B. ein besonderes Ereignis, das den Ausschlag dafür gegeben hat, um die künstlerische Laufbahn neben dem Beruf als Grafikerin einzuschlagen und dann anschließend hauptberuflich als Künstlerin tätig zu sein?

    Astrid: Hallo liebe Manuela, ich freue mich auch sehr, dass du mich zu deinem Artist Talk eingeladen hast. Kurz und knapp über mich. Ich bin freischaffende Künstlerin/Grafikerin, Jahrgang 1968 und vor dem zweiten Corona Lockdown im Oktober 2020 von Düsseldorf nach Visselhövede gezogen. Dort lebe und arbeite ich mitten in der Natur in einem Tiny House und beschäftige mich gerne mit Minimalismus, Upcycling und Ressourceneinsparung. Angefangen habe ich Mitte der 80er Jahre mit Street-Art, was ich bis heute noch mache. Früher illegal, heute nur legale Projekte. Während meiner beruflichen Laufbahn war Kunst eher Hobby. In den 90er Jahren haben wir aber schon angefangen in Off Spaces unsere eigenen Ausstellungen zu organisieren und haben gut verkauft. Der endgültige Entschluss freiberufliche Künstlerin zu werden kam dann 2015. Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass mit dem Zeitalter der wachsenden Technik viel Kreativität verloren gegangen ist. Unter hohem Druck soll schnellstmöglich und gewinnbringend ein Produkt an den Verbraucher gebracht werden. Unbezahlte Überstunden, geringe Wertschätzung, High Speed Media Deadline, kurzlebig und oberflächlich. Dinge, die einen passiv werden lassen und Dinge, die ich so nicht mehr wollte.

    Manuela: Hast du Kunst studiert oder bist du Autodidaktin? Und/oder hast du eine (kunst)handwerkliche Ausbildung?

    Astrid: Ich bin Autodidaktin. Eigentlich hatte ich vor an die Kunstakademie zu gehen. Aber meine Eltern fanden das nicht so gut, von wegen brotlose Kunst, und wollten mir nur ein Grafikdesign Studium finanzieren. Als rebellischer Punk fand ich das natürlich überhaupt nicht toll. Rückblickend bin ich ihnen jedoch dankbar, denn ich habe für mich einen Weg gefunden, der mich in meiner Entwicklung mehr vorangebracht hat als jedes Studium. Ich bin erst mal auf die Fachoberschule für Kunst und Gestaltung und habe meine Fachhochschulreife absolviert. Ich wollte aber in keine spießige Werbeagentur und habe noch meine Fachhochschulreife in Betriebswirtschaft gemacht. War jetzt nicht so mein Ding, aber damals schon mit dem Gedanken, wenn ich mich mal selbstständig mache, kann es ganz hilfreich sein. Danach habe ich eine Lehre in einer Druckerei als Druckformherstellerin absolviert. Hier habe ich noch das alte Handwerk gelernt. Sämtliche Druckverfahren, die heute Weltkulturerbe sind, Fotos wurden mit Eiweißlasurfarbe korrigiert, da gab es noch kein Photoshop, bzw. war gerade in den Anfängen. Filme wurden mit Trommelscanner, Kontaktbelichtungsrahmen, Reprokamera und Diatype hergestellt. Das Seitenlayout einer Zeitschrift wurde als Klebeumbruch in Handarbeit gestaltet. Masken wurden mit Skalpell geschnitten zur Erstellung von Raster- und Halbtonfilmen. Cromaline wurden noch analog hergestellt für farbverbindliche Proofs. Alles voll Retro, würde die jüngere Generation jetzt sagen. So langsam wurde dann aber durch das digitale Zeitalter alles ersetzt. Auch hier habe ich mir autodidaktisch alle Kenntnisse am Mac mit sämtlichen grafischen Programmen selber beigebracht und bin dann doch noch in verschiedenen Werbeagenturen gelandet.

    Manuela: Auf deiner Website erfährt man vor allem etwas zu deiner Arbeitsweise und Motivation. Unverkennbar Upcycling-Kunst, mit politischem, sozialkritischen, teils feministischen und umweltbezogenen Themen. Nachhaltigkeit, Demokratieschutz und Feminismus gehen hier quasi Hand in Hand. Warum diese Themen?

    Astrid: Mit diesen Themen decke ich das gesamte Spektrum der brennendsten Themen unserer Zeit ab. Ich war schon immer politisch. Mit 17 wurde ich zum Punk, zum Entsetzen aller. Was die meisten aber nicht verstanden haben, es gab 2 Arten von Punks. Die einen mit Gelaber von Anarchie, „haste mal ne Mark“ und Bierdose in der Hand und die anderen agierten politisch intellektuell. Wir standen schon in den 80er Jahren auf den Braunkohlebaggern im Hambacher Forst, da kannte die Welt noch nicht diesen Flecken Erde. Wir haben Häuser besetzt, wegen der kapitalistischen Gentrifizierung und steigenden Mieten. Upcycling und Do-It-Yourself, um gegen das System zu rebellieren. Du siehst, damals waren das schon Themen von Relevanz. Heute nach 40 Jahren als politische Aktivistin sehe ich nichts Gutes für die Zukunft. Die Menschheit steht heute besonderen, bis dahin nicht gekannten Krisen gegenüber, die die globale Ordnung fundamental in Frage stellen und wir entwickeln uns gerade wieder zurück. Deswegen war, ist und bleibt meine Kunst immer politisch. Selbst die abstrakten Bilder und die Tierporträts sind politisch. Ich nutze die physischen Relikte der globalen Wegwerfgesellschaft. Das bildet das konzeptionelle und materielle Fundament meiner Werke.

    Bild links: Weisskopfseeadler | 2025 | Astrid Lamm

    Bild rechts: Rotkardinal | 2025 | Astrid Lamm

    Manuela: Was macht für dich den Reiz von Upcycling aus?

    Astrid: Da gibt es mehrere Reize. Erstens: Das Material ist umsonst. Zweitens: Bilder zu machen, denen man nicht ansieht, dass alles vom Müll ist. Drittens: Durch die Verbindung systemkritischer Motive mit scheinbar wertlosen, ausrangierten Materialien enthülle ich die Verdrängungsmechanismen des Hyperkapitalismus und der Klimakrise. Und viertens: Es schont die Umwelt.

    Manuela: Wie ordnest du selbst deine Kunst ein und wie steht deine Arbeit im Kontext zur heutigen bildenden Kunst?

    Astrid: Nachhaltigkeit als Medium „Upcycling Art“, Die Renaissance des Politischen (Artivism) und Do-It-Yourself, Selbstbestimmung und Selbstorganisation. Meine Arbeit bewegt sich am pulsierenden Nerv der zeitgenössischen bildenden Kunst. Sie verbindet handwerkliche Eigenständigkeit mit den drängendsten gesellschaftspolitischen Diskursen unserer Gegenwart.

    Quo Vadis Demokratie | 2024 | Astrid_Lamm

    Manuela: Welche persönlichen, (oder politischen, sozialen, umweltbedingten) oder andere Themen sind für dich als Künstlerin in deiner eigenen Kunst wichtig?

    Astrid: Demokratie, Systemwechsel mit sozialer Gerechtigkeit, Feminismus, Klima. Es sind die Themen der wichtigsten zeitgenössischen Debatten.

    Frauen Waren Nie Eure Kulisse | 2026 | Astrid_Lamm

    Manuela: Ganz oft haben Künstler:innen das Problem, sich als “nicht gut genug” zu empfinden und trauen sich erst gar nicht, ihre Werke anderen zu zeigen. Wie stehst du dazu?

    Astrid: Da habe ich überhaupt kein Problem mit. Ich will meine Werke natürlich gerne allen und überall auf der Welt zeigen. Alles was ich fertig stelle ist in meinen Augen auch gut genug, um sie ins MoMa in New York zu hängen. Lach… Dafür muss man aber schon berühmt sein und die richtigen Kontakte haben. In diese „Upper“ Kunstwelt will ich aber gar nicht, dafür bin ich noch immer zu sehr Punk im Geiste. Aber meine Freiheitsstatue mit dem Koffer im MoMa wäre schon ein Träumchen.

    Ich Bin Dann Mal Weg | 2026 | Installation | Astrid_Lamm

    Manuela Wie wichtig ist dir die Verbindung und Interaktion mit anderen Künstler:innen?

    Astrid: Das ist mir schon sehr wichtig und muss natürlich zusammenpassen. Da braucht es Gemeinschaftssinn und den gleichen Ehrgeiz, das gemeinsame Projekt durchzuziehen.

    Manuela: Was macht es mit dir, wenn du dich deiner eigenen Kunst widmen kannst? Wie nimmst du diese Zeit für dich selbst wahr?

    Astrid: Es befreit mich von meiner inneren Wut. Wut gegen die kaputte und ignorante Welt, die einfach weiter macht wie immer und gerade alles an die Wand fährt. Dabei kann ich dann wunderbar entspannen und wieder runterkommen.

    Manuela: Welche Rolle spielt deiner Meinung nach die Kunst in der Gesellschaft? Welche Aufgaben haben Künstler:innen in der Gesellschaft?

    Astrid: Kunst hat historisch gesehen oft genau dann die größte Wirkung entfaltet, wenn sie wehgetan und die Komfortzone des Publikums gestört hat. Kunst erfüllt Funktionen, die kein anderes gesellschaftliches Medium in dieser Form leisten kann. Künstler:innen erfüllen vielfältige und wichtige Aufgaben in der Gesellschaft. Die will ich jetzt nicht für alle definieren oder vorgeben, das muss jeder selber für sich klar machen. Ich spreche jetzt mal für mich. In Zeiten multipler Krisen wandelt sich für mich das Verständnis der künstlerischen Pflicht in: Blinde Flecken der Gesellschaft und Missstände direkt ansprechen. Sehgewohnheiten brechen und das Publikum aus der Lethargie reißen. Debatten anstoßen, die in der Politik oder den Medien blockiert sind. Herrschende Strukturen, Institutionen und den Kunstmarkt selbst hinterfragen.

    Der Markt Regelt Das Nicht |2024 | Astrid_Lamm

    Manuela: Welche Materialien und/oder Werkzeuge gehören zu deinen Favoriten?

    Astrid: Bei den Farben bevorzuge ich Acryl und meine Lieblingsuntergründe sind Pappe und Holz. Im Moment arbeite ich auch gerne wieder mit Hasendraht. Ich habe in Düsseldorf bei Jaques Tilly, dem berühmt-berüchtigten politischen Karnevalswagenbauer das „Drahten gelernt“, damit ich große Figuren für unsere Demos bauen konnte. Das nutze ich jetzt wieder aktuell für meine Kunst. Ich habe noch einige Rollen Draht in meinem Mülllager, aber hier musste ich dann doch eine Rolle bestimmten Draht für ein Projekt nachkaufen.

    Manuela: Was brauchst du um schöpferisch tätig zu sein? Bzw. wie bilden sich deine Ideen für Werke aus?/ Wie entstehen deine Werke, wie gehst du an deine Kunst heran?

    Astrid: Ich brauche Ruhe und Natur um Ideen zu entwickeln. Die Themen geben mir die aktuellen Nachrichten. Die Herangehensweise ist unterschiedlich. Entweder habe ich ein bestimmtes Thema im Kopf und suche gezielt nach geeignetem Material, oder das Material begegnet mir zufällig, und in diesem Moment habe ich eine Idee. Meine abstrakten Werke entstehen immer aus Farbresten. Ich mische mir die meisten Farben selber an aus den Grundfarben CMYK. Die packe ich dann in Gläser (natürlich aus meinem Konsummüll Gurkengläser etc., anstatt sie zum Altglas zu bringen). Dort halten sie sich zwar sehr lange, aber nach zwei Monaten sollte man sie aufbrauchen. Bevor sie eintrocknen, male ich dann ein abstraktes Bild.

    Nach Uns Die Muellflut | 2024 | Astrid Lamm

    Manuela: Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen und wie bzw. wo würdest du es gerne präsentieren?

    Astrid: Von meiner Kunst besitze ich die prämierte Installation von Kunst hoch 3 in Uelzen. Das Mädel schaukelt jetzt in meinem Vorgarten, Schmetterling und Blume stecken als Deko im Blumenbeet. War ein cleverer Schachzug. Das hat jede Menge Auftragsarbeiten gebracht.

    Manuela: Wo entstehen deine Werke?

    Astrid: Die entstehen an mehreren Stellen. Ich lebe ja in einem Tiny House, was auch gleichzeitig mein Atelier ist. Ich habe einen Balkon, den ich im Winter schließen kann. Dort bin ich die meiste Zeit. Hier habe ich genug Platz zum arbeiten und kann auch Dreck hinterlassen. In meinem Schlafzimmer ist noch ein Arbeitsplatz mit Computer und ich habe noch eine Gartenhütte und eine kleine Hütte als Werkstatt.

    Astrid Lamm in ihrem Atelier in ihrem Tiny House

    Manuela: Gibt es Techniken oder Materialien, mit denen du gerne experimentieren wollen würdest?

    Astrid: Wenn ich einmal Zeit finde, würde ich gerne mein eigenes Papier aus den vielen Pappabfällen herstellen und mit verschiedenen Drucktechniken rumexperimentieren.

    Manuela: Was war die größte Herausforderung, die du als Künstlerin bisher überwinden musstest?

    Astrid: Aus der Vergangenheit bisher keine. Klar gab es Hochs und Tiefs, aber nichts dramatisches. Im Moment ist meine größte Herausforderung die Deutsche Bahn. Ich besitze kein Auto und in Visselhövede gibt es keine Kaufkraft für Kunst, also muss ich in die Städte. Bepackt mit einer vollen Sackkarre Kunst muss ich mich dann herumplagen mit: Zug fällt aus, ob ein Ersatzbus kommt ist die Frage, bekomme ich meinen Anschluss. Dann bin ich 10 Stunden unterwegs, bis ich in Düsseldorf ankomme. Nach Hamburg ist auch ein Marathon. In Rotenburg erscheint mittlerweile auf der Anzeigetafel nicht mehr „Fahrräder können nicht mitgenommen werden“, nein, da steht jetzt: „Hohe Auslastung. Zustieg kann nicht garantiert werden“! Bis hin zu den aktuellen Totalausfällen, wegen der Hitze. Ich denke, die nächsten zwei Jahre werden die größte Herausforderung sein. In Zeiten multipler Krisen ist auch in den Städten das Geld nicht mehr so locker. Der Mittelstand, der bisher meine Bilder gekauft hat, spart an jeder Ecke.

    Manuela: Wieviel Raum und Zeit nimmt Kunst in deinem Leben ein?

    Astrid: Sehr viel. Wenn ich gerade nicht selbst an meinen Projekten arbeite, beschäftige ich mich mit Kunstgeschichte und Biografien von Künstler:innen, die politisch engagiert sind oder waren. Zurzeit widme ich mich zudem verstärkt dem aktuellen Kunstmarkt, insbesondere der weit verbreiteten Abzocke durch die Pay-to-Play-Methode. Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Der Titel würde dann lauten: Wie man mit Künstler:innen reich wird. Deshalb verbringe ich auch viel Zeit damit, nach Ausstellungsmöglichkeiten zu suchen, die ich nicht bezahlen muss, oder nach Projekten, mit denen ich Geld verdienen kann. In diesem Punkt agiere ich lieber als Unternehmerin und nicht als Künstlerin.

    Manuela: Gibt es Menschen, die deine Kunst beeinflusst haben?

    Astrid: Vom Stil her hat mich keiner beeinflusst. Ich mache einfach alles so, wie es aus mir rauskommt. Da will ich mich auch auf keinen bestimmten Stil festlegen. Aber meine Persönlichkeit und die Tatsache, dass ich politische Kunst mache, haben so einige beeinflusst. Aus der Musik viele politische Punk Bands, aus der Kunst Klaus Steack, Jaques Tilly und Banksy.

    Manuela: Was fordert dich in deinem künstlerischen Schöpfungsprozess am meisten heraus?

    Astrid: Mein Perfektionismus.

    Manuela: Was war Deine schönste und/oder kontroverste Reaktion auf Deine Kunst, die Du bekommen hast?

    Astrid: Das schönste war eine Gruppenausstellung für nur einen Abend in Düsseldorf. Da habe ich alle Bilder verkauft. Angefangen hat es mit einem Unternehmer, der in der Straße ein Start-Up für die neueste Umwelttechnologie hatte. Nach Feierabend kam er in die Ausstellung und hat 3 Große Bilder gekauft und ich habe noch eine Auftragsarbeit bekommen. Danach ging es ab wie Schmitz Katze mit dem Verkaufen und ich bin mit einer leeren Sackkarre nach Hause gelaufen. Zeitgleich hatte ich auf dieser Ausstellung die kontroverseste Reaktion von einem älteren Herrn, im Geiste sehr, sehr konservativ. Er schaute sich meine Bilder an und hielt dann einen Monolog von einer halben Stunde und laberte von der Überschreitung künstlerischer Grenzen sowie der Instrumentalisierung von Kunst für parteipolitische Ziele. Meine politische Kunst sei zu einseitig, provokativ ohne Substanz, ich würde die Kunstfreiheit überstrapazieren mit meiner links-ideologischen Einstellung. Ich grinste nur die ganze Zeit, und als er fertig war, gab ich ihm die Hand und dankte ihm für seinen einseitigen, konservativen Blick auf meine Kunst und wünschte ihm einen schönen Abend.

    Dynamik | 2025 | Astrid Lamm

    Manuela: Welche Ausstellungen und künstlerische Projekte haben dich in deinem Werdegang besonders geprägt?

    Astrid: Alle gleich. Mit jedem Projekt lernst du dazu und kommst einen Schritt weiter.

    Manuela: Eine Frage, die Dich gerade bewegt

    Astrid: Das sind mehrere Fragen. Wer bringt das System zu Fall? Ist es die Natur, die Künstliche Intelligenz mit ihren Technologie-Autokraten, der Finanzmarkt oder Trump? Schaffen es die Konservativen mal wieder, eine rechtsextreme Partei an die Macht zu bringen? In welches Land kann ich flüchten, wenn die AfD an die Macht kommt?

    Manuela: Was hat dich zuletzt inspiriert?

    Astrid: Im nahen Osten die Frauenwiderstände gegen totalitäre Unterdrückung, Pussy Riot bei der Biennale in Venedig, ewig gestrige und konservative Populisten und das Thema Kunst gegen KI.

    Manuela: Was ist Kunst für dich? In 3 Worten!

    Astrid: Freiheit, Spiegel, Aufklärung

    Manuela: Woran arbeitest du im Augenblick?

    Astrid: An einem Drahtobjekt zum Thema Kunst und KI. Gerade habe ich ein Bild fertiggestellt, was eine messerscharfe, satirische Demontage der konservativen Kulturkampf-Debatte ist. Titel: Gendersternchen, die größte Bedrohung nach dem veganen Schnitzel. Dann habe ich noch einige Auftragsarbeiten und zwei Projekte, die noch in der Planungsphase sind. 5 Bilder liegen noch rum die ich angefangen habe. Da weiß ich aber noch nicht, welche Richtung ich einschlage.

    Gendersternchen | 2026 | Astrid Lamm

    Manuela: Deine nächsten Projekte, Ausstellungen. Wo kann man dich in diesem Jahr noch sehen?

    Astrid: Zur Zeit läuft in Düsseldorf eine kleine Verkaufsausstellung mit meinem Kunst Kiosk im H7/Café Nebenan bis Ende August. Kleine Kunst zum kleinen Preis!

    Vom 11.7. bis 15.9. im Schaufenster des Geschäftes Hautnah, Vor dem Dreeser Tor 2, Rheinbach. Das ist ein tolles Kulturprojekt der Stadt Rheinbach. Unter dem Leitmotiv Demokratie wird die Stadt zur Galerie. Seit dem 23. Mai läuft schon die Ausstellung im öffentlichen Raum.

    Die Plakat Gruppenausstellung „Promoting Democracy“ aus Stuttgart ist gerade beendet, geht aber als Wanderausstellung im August in der Pfalz und ab Herbst in Oberschwaben weiter. Genaue Termine folgen noch. Einige Bewerbungen sind noch offen und einige Projekte in Arbeit. Mal schauen, was da noch kommt.

    Astrid: Wo kann man dich online finden? (Social Media usw. bitte direkt Links hinschreiben)

    Auf meiner Website : https://pippilotta-grafik-und-kunst.de/

    Auf Social Media bin ich nicht mehr aktiv.

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