
[Die Kraft der Poesie ist die Kraft des Holunders]
Die Kraft der Poesie ist die Kraft des Holunders, bitter und voll, aufsteigend durch den Triumph seiner weißen Blüte, gewachsen an den Rändern eines unedlen Landes. Wer kann der Süße, die er verbreitet, widerstehen? Wer zollt ihm schließlich Tribut, wundersame Bedrängnis der Schönheit, Staub und Kadaver verlassener Ödländer? Überall und nirgendwo, begleitet von Armut, verteilt er seinen verdorbenen Schnee: Es ist seine Stärke, die Kraft
seiner tödlichen Absonderungen, die Kraft des Giftes, das das Herz in Unruhe versetzt, die Kraft eines entfesselten Stroms schwarzer Beeren, der das Land unter sich begräbt.
© Proa
Aus: Baies. Barcelona: Proa, 2005, Übersetzung: Isabella Turek
