Monatsportrait: Hyunsil Choi – Punkte und Linien

Foto: Hyunsil Choi

Die Kunst der koreanischen Künstlerin Hyun-sil Choi ist geprägt von der Anordnung kurzer gepunkteter Linien, die sich scheinbar unendlich oft wiederholen, und der Wiederholung ähnlicher Formen. Diese Elemente offenbaren subtile Unterschiede, heben die Einzigartigkeit jeder Form hervor und bringen uns dem Verständnis ihrer Formen näher. Durch das wiederholte Zeichnen dieser Formen läutert sie unsere Unvertrautheit mit Unterschieden und stärkt unsere Fähigkeit, heterogene Gefühle zu erkennen, so dass wir uns an Bilder gewöhnen können, die nicht spezifiziert werden können. Die Individualität der Linien, aus denen die Form besteht, verleiht jeder Form ihre Einzigartigkeit. Choi verwendet schwarze und weiße Farbflächen, die einen Widerhall im leeren Raum auf der Leinwand erzeugen, und die unterschiedlichen Materialien, Kohle und Ölstift, tragen zur Einzigartigkeit ihrer Arbeit bei. Ihre Zeichnungen schaffen Leerräume in Bereichen, in denen es keine Formen gibt, und dieser Leerraum entsteht durch die ungleichmäßige Dicke und Dichte der weißen Formen. Die Leerräume, die durch die schwarzen Formen, das Pinseln und Verschmieren entstehen, reflektieren sich gegenseitig wie Spiegel. Die Form provoziert die Vorstellungskraft im leeren Raum, und diese Vorstellungskraft wird in die Form zurück projiziert und gibt ihr eine neue Bedeutung. Der Prozess des Auslöschens von Bedeutung und des Erschaffens wird endlos wiederholt. (Quelle: Bethanien Berlin)

Mich fasziniert schon allein die Ausdauer und Geduld unendlich zahlreiche Punkte und Linien zu malen, ihre Werke sind für mich filigran und wirken vergänglich, weil auf zartem Papier erschaffen.

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