Tipp: Nolde Stiftung in Seebüll

Obwohl ich ja nicht zig Hundert Kilometer von Seebüll entfernt lebe, ist mir das Nolde Museum immer irgendwie durchgeflutscht. Aber damit war dann nun im Juli Schluss.

Auf der Rückfahrt von Rømø machten wir einen Zwischenstopp und besuchten endlich endlich die Ausstellung und den Garten von Emil Nolde.

Was soll ich sagen? Nachdem wir eine Reportage dort über das Leben von Nolde gesehen haben, wurde mir wieder einmal (schmerzlich) bewusst, wie zerrissen doch so ein Künstlerleben ist. Wie sehr man mit sich selbst ins Gericht geht, wie besessen man manchmal erschafft und wie abhängig man von Kunstkennern/ dem Kunstmarkt und sogenannten teils selbsternannten Kritikerin ist.

Damals wie heute unterscheidet sich diese emotionale Achterbahnfahrt kaum. Emil Nolde, der anfänglich abgelehnt und verkannt seine Werke teilweie wie im Rausch erschuf, fand dennoch zu Lebzeiten dann doch noch Wohlwollen und Anerkennung für seinen Schaffensdrang. Eindrucksvoll zeigte der Film das Leben von ihm und seiner Frau, die gemeinsam viele Hürden überwanden. Sie widmete sich voll und ganz der Natur und dem Garten und hinterliess ein Zeugnis ihrer Liebe zur Natur, während er jene u.a. wiedergab in seinen zahlreichen Gemälden.

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Ein Besuch des Museums (das früher sein Wohnhaus sowie Atelier war) und des Gartens ist ein wirkliches Muss…..es lohnt durch die schönen Gärten  zu flanieren, die Schönheit der Pflanzen auf sich wirken zu lassen und ebenso lohnt es die verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers zu betrachten.

2 Comments

  1. Nolde kannte ich von der Nolde-Stiftung in Berlin ganz gut. Die Ausstellung, Garten und Haus in Seebüll waren super. Aber trotz der schönen Farben hat mich alles traurig gemacht. (Mein Bericht im September und Oktober 2016)
    Grüsse Tom

    1. Hallo Tom,
      ich habe nur deinen Bericht von Oktober 2016 gefunden und da kann ich nicht herauslesen, wieso es dich traurig gemacht hat. Ich fand es dort nicht traurig, um ehrlich zu sein. Mich hat eher der Film betroffen gemacht, weil ja viele KünstlerInnen so getrieben sind. Rastlos sind in ihrem Schaffen, hin und hergeworfen von einem Drang, der teilweise wie Besessenheit anmuten mag. Sein Leben und das seiner Frau Ada kann man ja im Grunde genommen nicht nachempfinden. Man kann sehen, was sie hinterlassen haben, man kann einen Eindruck gewinnen von Ada’s Gartenkunst und dem Händchen für Pflanzen, man kann sehen, welche Themen Emil Nolde künstlerisch beschäftigt haben. Was jedoch dahinter steht usw. das kann man ja nur ahnen. Wenn man selbst, wie ich auch künstlerisch tätig ist, dann kennt man bestimmte Aspekte des KÃœnstlerdaseins recht gut. Wie man Dinge vernachlässigt, wie man wie im Rausch malen muss, egal ob tags oder nachts, wie die Gedanken kreisen um ein Bild oder um Ideen, um Umsetzung usw.
      Die Farben sind schön, die Naturbilder Noldes wirklich auch sehr farbenfroh. Einige der Werke wühlen auf, laden zum Nachdenken ein, einige sind christlich geprägt, wieder andere naturalistisch, wieder andere geben Menschen in ihrem Alltag wieder. Es wühlt teils auf, und teils beschwichtigt seine Kunst wieder.
      Vielleicht schickst du mir mal den Link deines anderen Artikels, ich konnte ihn trotz Suchfunktion in deinem Blog nicht finden 😉
      Liebe Grüße Manuela