Tipp: Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom

14.03. – 05.07.2026 in der Kunsthalle Bremen

Friedrich Nerly, Campagnalandschaft mit Aqua Claudia, 1836
Öl auf Leinwand, 124 x 148,5 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Die Kunsthalle Bremen entdeckt den Maler Friedrich Nerly in einer großen Ausstellung.
Ab in den Süden – das war der große Trend in der Romantik. Auch Friedrich Nerly (1807–1878) ging bereits mit 21 Jahren nach Italien. Er arbeitete in Rom, Tivoli und Olevano, damals wie heute Hotspots der Künstler und Touristen. An der Küste entlang reiste er nach Neapel und bis Sizilien. Dabei entstanden sonnendurchflutete Zeichnungen und Aquarelle vor der Natur, die ihm als Grundlage für Gemälde dienten.

Friedrich Nerly, Küstenlandschaft bei der Mündung des Garigliano, 1833/34
Aquarell, 51 x 76,7 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Höhepunkt der Ausstellung ist das Gemälde Campagnalandschaft mit Aqua Claudia von 1836. Jahrzehntelang schlummerte es im Depot – ein schwerer Fall für die Restaurierung. Erst eine großzügige Spende ermöglichte seine aufwendige Wiederherstellung. Ein unbekanntes Hauptwerk Nerlys kam ans Licht!

Friedrich Nerly, Bewachsene Felsen über einem Tal, Ariccia, 1835
Öl auf Papier auf Pappe, 25 x 40,5 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen


Das Motiv war damals neu und spektakulär: Die imposanten Ruinen des Aquädukts vor den Toren Roms. Erst seit Ende der 1820er Jahre erwachte das Interesse von Künstlern an dem Monument. Nerlys Gemälde steht am Beginn dieser Entwicklung und ist in seiner Gestaltung einzigartig. Werke u.a. von Blechen, Piranesi, Schirmer und Spitzweg veranschaulichen die Karriere des Bildsujets.

Friedrich Nerly, Bergabhang mit Agaven und Opuntien, 1833/34
Öl auf Papier auf Pappe, 38,9 x 27,9 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Mit der Fotoserie Aqua Claudia, 2014, von Hans-Christian Schink schlägt die Ausstellung den Bogen in die Gegenwart und regt aktuelle Debatten an: über vergessene und wiederentdeckte Orte, über den Wandel unseres Blicks auf das kulturelle Erbe Italiens und über die Geschichte und Zukunft der Wasserversorgung – ein essentielles Thema in Zeiten des Klimawandels.

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