01.03. – 29.03.2026 in der Villa Sponte Bremen

Zwei Künstlerinnen widmen sich in der Ausstellung Wasser Welten dem Element Wasser aus unterschiedlichen, sich ergänzenden Blickwinkeln.
Beate C. Koehler beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Fragen der Identität und der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Reisen, Begegnungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit bilden die Grundlage ihres Schaffens. Durch Experiment, Erkundung unbekannter Orte und intensives Beobachten entstehen Arbeiten, die sinnliche Wahrnehmung in visuelle und akustische Erfahrungsräume übersetzen. Verschmelzung und Collage sind dabei zentrale Methoden, um die Vielschich-tigkeit natürlicher und menschlicher Zusammenhänge sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt der gezeigten Werke steht das Wasser als Ursprung des Lebens und als prägende Kraft unseres Planeten. Seit 2022 entwickelt die Künstlerin im Projekt Gewässer-Portraits audiovisuelle Annäherungen an Seen, Flüsse und Meere weltweit. Die hierfür gesammelten Foto-, Film- und Tonaufnahmen ermöglichen es den Betrachtenden, in unterschiedliche Wasser-landschaften einzutauchen — vom Main über die Bremer Seen bis zu den Küsten Norwegens, der Arktis rund um Svalbard /Spitzbergen und der Pazifikküste Nord-amerikas. Die Arbeiten machen die Schön-heit, Dynamik und Vielfalt der Erscheinungs-formen des Wassers erfahrbar und regen dazu an, das eigene Verhältnis zur Natur und die eigene Verortung in ihr zu reflektieren.
Die in der Villa Sponte präsentierten Fotografien werden teils in Leuchtkästen gezeigt und durch eine auf Glas gedruckte Karte von Svalbard/Spitzbergen ergänzt. Ein besonderes verbindendes Element bilden künstlerisch bearbeitete Fischdarstellungen: Aus fotografischen Fragmenten und digita-lisierten japanischen Fischdrucken entstehen hybride Wesen, die als symbolische „Bewohner“ der erkundeten Gewässer die verschiedenen Wasserwelten miteinander verknüpfen. Neben fotografischen Arbeiten umfasst die Ausstellung auch installative und klangliche Positionen. Die Soundarbeit zur Arktis sowie das Textilbanner DIVING DEEP erweitern die visuellen Eindrücke in den Raum hinein. Das Werk VERFLICKT UND ZUGENÄHT (2024/25) greift Schlagzeilen und Zitate zum Klima-wandel auf und verweist auf die gesellschaftliche Dimension ökolo-gischer Veränderungen.Zu ausgewählten Terminen werden zusätzliche Arbeiten erlebbar: Die temporäre Installation WALKING THE TIDELINE widmet sich der Pazifikküste von San Francisco und lädt zu einer konzentrierten, stillen Wahrnehmung der Küstenlandschaft ein. Mit der quadro-phonen Soundinstallation #hiddenWESER sounds wird die verborgene Klangwelt der Weser hörbar — Strömungen, Resonanzen und auch Spuren menschlicher Eingriffe. Die Performance TANZENDE HÄNDE, entstanden in Zusammenarbeit mit der Tänzerin Tina Badenhop im Rahmen des Projekts WASSER-TRIALOGE, zeigt eine poetische Begegnung zwischen Körper und Wasser: Hände treten in einen Dialog mit dem Element, begleitet von Stimmen verschiedener Menschen, die persönliche Erinnerungen und Bedeutungen von Wasser teilen. Die Arbeiten von Beate C. Koehler eröffnen vielschichtige Zugänge zu den „Wasser-Welten“ — als Naturraum, Lebensgrundlage, Klangkörper und emotionaler Erfahrungs-raum. Sie laden dazu ein, innezuhalten, zu sehen, zu hören und sich bewusst zu machen, wie eng unser eigenes Leben mit den Gewässern dieser Erde verbunden ist.

Ute Seifert 1956 geboren in Lauf/Pegnitz, lebt und arbeitet in Bremen. | 1982–1986 Studium der Bildenden Kunst an der Fachhochschule Ottersberg (Diplom) | 2001–2007 Studium der Freien Kunst bei Prof. R. Thiele, Bundesakademie Wolfenbüttel | 2004–2006 Weiterbildungsstudium zur Gegenwartskunst, Universität Hamburg | Seit 1987 Kunst [ ] Raum Bremen |
PREISE UND STIPENDIEN:
2023 Reise-Recherche Stipendium für Japan | 2003 Aufenthaltsstipendium Haus Rissen für politische und wirtschaftliche Bildung, Hamburg. | 2001 1. Preisträgerin KUNST UND ENERGIE Bremen.
Ute Seifert arbeitet seit 2001 kontinuierlich mit dem Element Wasser. Im Zentrum ihres künstlerischen Schaffens steht ein Stoff, der alltäglich und selbstverständlich erscheint – und doch Ursprung, Träger und Bedingung allen Lebens ist. Wasser ist für sie kostbares, unersetzliches Gut und zugleich verbindendes Element: Es verbindet Menschen miteinander, da wir selbst zu einem großen Teil aus Wasser bestehen. Es verbindet Orte, Kontinente und Atmosphären, umspannt die Erde in einem globalen Kreislauf.
In Seiferts Arbeiten entfaltet Wasser seine Vielschichtigkeit. Es ist Lebensquelle und Spiegel der Seele, Klangkörper und Resonanzraum. Wasser reagiert, nimmt Impulse auf, verändert sich – es tritt in ein Wechselspiel mit anderen Disziplinen, mit Raum, Licht und Ton. In seiner scheinbaren Gleichförmigkeit offenbart es eine feine, differenzierte Farbigkeit und Individualität. Die Künstlerin lenkt den Blick auf das Unscheinbare, auf das, was uns täglich umgibt und doch selten bewusst wahrgenommen wird.
Gleichzeitig trägt ihre Arbeit eine politische Dimension. Wasser ist Machtinstrument und Konfliktfeld, Zeichen von Überfluss und Mangel, von Verbindung und Trennung. Globale Ereignisse wie die Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011, Überschwemmungen im Ahrtal oder in Südostasien, die Tragödien im Mittelmeer – aber auch Regionen extremer Dürre – verweisen auf die existenzielle und verletzliche Bedeutung dieses Elements.
Seit dem 11. März 2011 setzt sich Ute Seifert jährlich künstlerisch mit den Folgen von Fukushima auseinander und reflektiert dabei Fragen von Verantwortung, Reinheit und Vertrauen.
Ein zentrales Projekt ist „Stille Wasser“ (seit 2002). Menschen weltweit sind eingeladen, Wasser aus natürlichen Quellen – aus Flüssen, Seen, Meeren oder Grundwasser – zu schöpfen, zu dokumentieren und der Künstlerin zuzusenden. Die Sammlung umfasst inzwischen mehrere hundert Beiträge aus allen Teilen der Erde. Jede Probe ist mit Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit sowie Fotografien des Schöpfakts und der Wasseroberfläche verbunden. So entsteht ein wachsendes, globales Archiv – ein stilles Netzwerk aus individuellen Gesten, geografischen Spuren und gemeinsamer Verantwortung.
Die in der Villa Sponte gezeigten Arbeiten machen Wasser in seiner poetischen, spirituellen und gesellschaftlichen Dimension erfahrbar. Sie laden dazu ein, innezuhalten, genauer hinzusehen und das scheinbar Selbstverständliche neu wahrzunehmen – als Lebensgrundlage, als Resonanzraum und als Element, das uns alle miteinander verbindet.
Weitere Informationen zur Ausstellung: AKTUELLE AUSSTELLUNG | Villa Sponte Zeitkultur e.V.
Villa Sponte Zeitkultur e.V.
Osterdeich 59B
28203 Bremen
Öffnungszeiten: Di., Sa. und So. von 15 – 18 Uhr und nach Vereinbarung
