
So was passiert manchmal:
die Helden sind tot und die Feinde leben weiter
und die Menschen, einfache Menschen – weder Helden noch Feinde –
fädeln Freudenketten auf und zerstreuen sie wieder –
feiern Liebe, Geburt, den Umzug in das fertige Haus,
während ihr den Kuchen der Erde mit euch selbst
füllt.
Planeten bleiben auf ihren Umlaufbahnen, selbst die Straßenbahnen
folgen ihren gewöhnlichen Routen.
Hinter dem Krankenhausfenster ist eine Baustelle,
das laute Schlagecho der eingeschlagenen Pfeiler,
und ein kleiner Junge hämmert mit einem Eisenstück auf Asphalt,
so wie nachts der Eisenbahnwärter gegen die Zugräder klopft,
die dich ohne Gedächtnis durch das ganze Land transportieren,
der Zug fährt schwerfällig, versinkt mit dem Bauch
im Kuchen der Erde,
der prall mit Menschen gefüllt ist.
© Meridian Czernowitz/ Katerina Kalytko
Aus dem Ukrainischen übersetzt von Chrystyna Nazarkewytsch
(Kateryna Kalytko, 08.03.1982, Winnyzja, Ukraine, lebt in: Winnyzja, Ukraine)
