Tipp: KUNST IN BAYREUTH – 1940 bis 1970

11.09.2025– 22.2.2026 im Kunstmuseum Bayreuth

Hanna Barth

951 gründet sich in Bayreuth eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern, die sich vor allem durch ein Charakteristikum auszeichnet: Individualität. Der Name der Gruppe ist Programm: Freie Gruppe Bayreuth.

Bereits 2016/2017 stand die Freie Gruppe Bayreuth im Mittelpunkt einer Ausstellung des Kunstmuseums Bayreuth, der eine grundlegende Forschungsarbeit vorausgegangen war. Sie gab Aufschluss über beteiligte Künstlerinnen und Künstler und ihre Arbeit. Die Forschungsarbeit brachte zum Teil wunderbare Entdeckungen und Funde von verschollen geglaubten Kunstwerken zutage. Zu dieser Ausstellung veröffentlichte das Kunstmuseum einen Katalog, in dem diese Forschungsergebnisse ausführlich dokumentiert werden und dessen Beiträge auch heute nichts an Aktualität verloren haben. Dank Katalog und Internetpräsenz erhält das Kunstmuseum seither viele Anfragen, Angebote, aber auch Schenkungen, die den Bestand des Hauses ergänzen und abrunden.

Die aktuelle Ausstellung Kunst in Bayreuth – Werke der 1940er bis 1960er Jahre wirft einen Blick auf die Zeit nach dem Krieg. Welchen Stellenwert hatte die Kunst in den Zeiten der Entbehrung? Wie wurde die Kunst in den Jahren bis 1970, den Jahren des sogenannten Wirtschaftswunders, aufgenommen?

Die Ausstellung Kunst in Bayreuth – Werke der 1940er bis 1960er Jahre ist ein Dokument der Schaffensperiode der beteiligten Künstlerinnen und Künstler. Sie ist zudem ein Dokument des Zeitgeistes jener Jahre. Außerdem gibt sie einen Einblick in die Sammlungen und Stiftungen, die das Kunstmuseum Bayreuth beherbergt. Denn fast alle Ausstellungsstücke stammen aus diesem Bestand.

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ist von Zerstörung und Mangel geprägt. Das Grauen des Krieges, die damit verbundene Zerstörung und Vernichtung werden zum Teil erst jetzt in ihrer ganzen Dimension realisiert.

Gleichzeitig besteht ein Wunsch nach Veränderung sowie ein großer Nachholbedarf an zeitgenössischer Kunst und Kultur. Die Kulturpolitik wird nach dem Zweiten Weltkrieg „zu einem wichtigen Instrument der Alliierten“, wie Philipp Schramm M.A. in dem Katalog zu der Ausstellung der Freien Gruppe Bayreuth schreibt. Damit kommen zwei Tendenzen zusammen: der große Nachholbedarf und das Interesse an zeitgenössischer Kunst sowie die Absicht, die Demokratie in Deutschland gezielt aufzubauen und zu stärken.

Oberfranken wird zu einer neuen Heimat

Für eine Vielzahl von geflüchteten Menschen wird Oberfranken während und nach dem Krieg zu einer neuen Heimat. Zu ihnen zählen Hanna Barth (1911 Koblenz?–?1961 Würzburg) und ihr Mann Herbert Barth, Gründer des Jugend-Festspieltreffens und Pressesprecher der Bayreuther Festspiele, Gerda von Freymann-Knispel (1905 Viljandi?–?1981 Neustadt bei Coburg) oder Toni Farwick (1886 Warstein?–?1979 Hagen). Andere kommen nach Bayreuth, da sie hier oder in der Region eine neue Arbeit finden, wie Gottfried Brockmann (1903 Köln?–?1983 Kiel), Ferdinand Röntgen (1896 Barmen?–?1966 Bayreuth) und Friedrich Böhme (1898 Dresden?–?1975 Bayreuth). Wieder andere, zum Beispiel Herbert Bessel (1921 Hamburg?–?2013 Altdorf bei Nürnberg), kommen durch das Studium nach Franken und finden hier eine persönliche wie auch künstlerische Heimat.

Bemerkenswert ist, dass ein Großteil der vertriebenen Künstlerinnen und Künstler in Franken schnell Fuß fassen und sich einen Namen machen können. Dazu zählen Heinrich Faust (1910 Berlin?–?1981 Bayreuth), Alfred Russ (1915 Reichenberg/Böhmen?–?1996 Bayreuth), Anton Russ (1910 Reichenberg/Böhmen?–?1984 Bayreuth), Werner Froemel (1927 Nysa?–?2009 Bayreuth) oder Arthur Kittner (1904 Breslau?–?1983 Bayreuth). Ebenso finden einige der hier Gestrandeten ein neues Betätigungsfeld, das sie wirtschaftlich unabhängig macht, wie im Fall von Arthur Seedorf (1903 Angermünde?–?1986 Schwarzenbach a. d. Saale).

Weitere Informationen zur Ausstellung: Aktuelle Ausstellungen Kunstmuseum Bayreuth – Kunstmuseum Bayreuth

Kunstmuseum Bayreuth
Altes Barockrathaus
Maximilianstr. 33
D-95444 Bayreuth

Öffnungszeiten
Di – So 10 – 17 Uhr
Juli und August auch
montags von 10 bis 17 Uhr

Heiligabend 24.12. und
1. Weihnachtsfeiertag 25.12. geschlossen

31.12. Silvester 10-14 Uhr
01.01. Neujahr 13-17 Uhr

An allen weiteren Feiertagen:
10 – 17 Uhr

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